Möckern
ist ein Stadtteil im Leipziger Norden. Der Name Möckern ist wahrscheinlich von Mokrina für "Siedlung im feuchten, nassen Gelände" abgeleitet. Möckern grenzt im Osten an Gohlis, im Norden an Lindenthal, im Westen an Wahren. Im Süden liegt die Auenlandschaft der Weißen Elster und der Luppe. Von der alten dörflichen Bebauung Möckerns ist wenig erhalten. Der Ortskern befand sich rings um die Kreuzung von Slevogt- und Bucksdorffstraße nahe der Weißen Elster. Dort finden sich noch die Reste einiger Bauernhöfe und des ehemaligen Gutes. Einen großen Aufschwung nahm Möckern Ende des 19. Jahrhunderts als stadtnaher Wohnort vor allem für Arbeiter. Der Verlauf der Georg-Schumann-Straße und einiger Parallelstraßen wurde mit einfachen gründerzeitlichen Häusern bebaut. In den sechziger und 70er Jahren kam nördlich davon ein kleineres Neubaugebiet hinzu. Ganz am nordwestlichen Rand Möckern liegt die Sternsiedlung, eine 1933 errichtete Einfamilienhaussiedlung.
Die 1900/01 als Notkirche erbaute Auferstehungskirche an der Georg-Schumann-Straße dient der 1888 selbstständig gewordenen evangelisch-lutherischen Gemeinde seit über 100 Jahren als Pfarrkirche. Die Kirche beherbergt die älteste Kirchenorgel Leipzigs, 1766 von Johann Emanuel Schweinefleisch erbaut, mehrfach umgebaut, wurde sie 1841 von Felix Mendelssohn Bartholdy geprüft, und schließlich 1901 von der Stadt Leipzig, in deren Besitz die alte, zum Abbruch vorgesehene, reformierte Kirche übergegangen war, an die Kirchgemeinde Möckern verkauft.
Unweit der Kirche befindet sich der Anker, früher ein Lokal mit Veranstaltungssaal, das heute als Stadtteilzentrum und Jugendclub dient. Im Anker treten zahlreiche Bands auf. Weiter südlich schon in der Elsteraue gelegen befindet sich der Sportplatz Wettinbrücke, der im Besitz der Universität Leipzig ist.
Zur Kaserne an der Georg-Schumann-Straße (ehemalige "Georg-Schumann-Kaserne")
1875 bis 1877 wurde an der Halleschen Straße (ab 1928 Hallesche Straße und heutige Georg-Schumann-Straße) durch die Baumeister Otto und Joachim Streib, sowie Bernhard Leuthier die Kaserne bei Möckern mit einer Fläche von 6.500 m² errichtet. Von 1877 bis 24. März 1914 wurde das 7. Kgl. Sächsische Infanterie-Regiment "Prinz Georg" (später "König Georg") Nr. 106 in der Kaserne stationiert. 1914 bis 1918 diente die Kaserne zur Aufnahme von Reservetruppen und als Reservelazarett. 1920 bis 1935 sind in der Kaserne bis zu 12 Sicherheitskompanien untergebracht. Nach der dortigen Unterbringung der kasernierten Volkspolizei (1952 bis 1956), wurde die ab dem 7. Oktober 1964 in "Georg-Schumann" umbenannte Kaserne von 1956 bis zur politischen Wende in vollem Umfang von Einheiten der NVA genutzt. Nach der Wende wurde die Kaserne von 1990 bis 1991 von der Bundeswehr benutzt und am 29. April 1991 der Treuhand zur zivilen Nutzung übergeben.
In Möckern liegen eine Grund- und Mittelschule sowie ein Gymnasium. Im Stadtteil ist auch das Institut für Tierernährung der Universität Leipzig und die Sächsische Landesanstalt für Landwirtschaft angesiedelt die beide auf die traditionsreiche Landwirtschaftliche Versuchsanstalt Möckern zurückgehen.
Quelle: Wikipedia



